Farben sind etwas Faszinierendes. Sie spielen bei der Gestaltung des Umfeldes eine entscheidende Rolle und die Möglichkeiten und Variationen der Farbwelt sind schier unerschöpflich. Während ich mich im Umgang mit Formen, Proportionen und Raumgefügen sehr sicher fühle, ist der Umgang mit Farben immer wieder eine große Herausforderung. Farben entstehen erst durch Licht und daher beeinflusst die Lichtsituation eine jede Farbe. Gleichzeitig wirken Farben auf verschiedenen Untergründen oft ganz anders. Allein dadurch wird die Auswahl einer Farbe für einen Raum, ein Möbelstück etc. schon zu einer komplexen Entscheidung.
Und dann haben die Farben noch einen Einfluss auf unsere Psyche. Bei mir führt das dazu, dass ich mich fast täglich, wahrscheinlich abhängig von meiner Gefühlsverfassung, mit völlig anderen Farben umgeben möchte. Es gibt Tage, da wünsche ich mir neutrale Räume - ganz in die Welt der Weißtöne getaucht (Ich weiß, Weiß ist streng genommen keine Farbe, darf hier aber natürlich nicht fehlen), dann gibt es Momente, in denen es bunter und kräftiger nicht sein könnte. Ich bin mir sicher, dass man dies im Laufe des Blogs auffallen wird. Es wird knallige und gedeckte Tage oder Phasen geben.
Die Welt der Farben

01/10/24
Geschichte der Farbenlehre
Bereits Aristoteles machte sich Gedanken zur Ordnung der Farben, doch die ersten Farbsysteme entstanden erst im 17. Jahrhundert. Schon bald erkannten die Gelehrten, dass zu einer vollständigen Darstellung dreidimensionale Systeme nötig sind. So entwickelten sie Farbenkugeln und Farbenpyramiden, wie sie auch Goethe in seiner Farbenlehre beschrieb. Auf diesem Wissen aufbauend entstanden schließlich die vielseitig einsetzbaren modernen Farbsysteme. Von diesen Farbsystemen möchte ich Euch weit verbreitete Farbsystem vorstellen, die ich am häufigsten für meine Projekte benutze.

Farbsysteme RAL und NCS
Farbsysteme werden grundsätzlich zur Standardisierung von Farben verwendet. Ich gehe hier näher auf diese beiden Systeme ein, da sie vor allem bei Architekten, Designern und Herstellern weit verbreitet sind.
1. Das RAL-System:
Ich habe mich immer wieder gefragt was die drei Buchstaben RAL wohl bedeuten und war bei meiner Recherche doch überrascht. RAL steht für „Reichsausschuss für Lieferbedingungen“. Wer mehr darüber erfahren möchte, der kann unter RAL Geschichte in diesem Link nachlesen.
Die Geschichte der RAL Farben begann 1927. RAL setzte mit einer Sammlung der 40 in Industrie und Öffentlichkeit besonders gebräuchlichen Farbtöne erste verbindliche Maßstäbe. Diese 40 Farbtöne wurden erstmals definiert und eindeutig benannt durch RAL-Nummern. Heute sind es 2.540 RAL Farben. Der RAL-Fächer ist einer meiner meist benutzen Tools, wenn ich bei meinen Möbelprojekten auf der Suche nach der richtigen Farbe bin. Der RAL-K5 Farbfächer mit über 200 RAL Classic-Farben kostet um die 60€. Das ist nicht günstig. Wer aber häufiger mit RAL Farbtönen arbeiten möchte, dem kann ich diese Investition nur wärmstens empfehlen. Es macht einfach einen großen Unterschied, ob man sich die Farben nur im Geschäft anschauen kann oder zu Hause bzw. in dem Kontext, in dem man die Farbe einsetzen möchte. Außerdem kann man in Ruhe Farbkombinationen abstimmen.
Die meisten RAL-Töne lassen sich in entsprechenden Farbgeschäften und Baumärkten als Lack anmischen.
2. NCS System:
Mit dem NCS System arbeite ich sehr viel seltener. Das liegt aber vor allem daran, dass ich für die NCS Farben keinen Farbfächer zuhause habe. Der NCS Index 2050 (NCS) Farbfächer ist extrem kostenintensiv und kostet um die 190€. Die Abkürzung NCS steht für „Natural Colour System“ und kommt aus Schweden. Schaut man sich das System an, dann wird klar, dass dieses sehr viel detaillierter aufgebaut ist. Während es das NCS-System ermöglicht, Farben anhand ihrer Helligkeit, Sättigung und Farbton zu definieren, werden beim RAL-System nur Farben anhand ihres Farbtons definiert.
Ich würde euch empfehlen auf das NCS System zurückzugreifen, wenn Ihr beim RAl-System nicht fündig werdet. Denn nach meiner Erfahrung sind auch die Farben dieses Systems in den Farbgeschäften und Baumärkten als Lack verfügbar.
3. Pantone Matching System:
Eine dritte Möglichkeit, die ich hier nur kurz erwähnen will, weil sie doch auch in den Geschäften immer wieder auftaucht, ist das Pantone Matching System. Das System kommt aus den USA. Es wird vor allem international viel in der Grafik- und Druckindustrie eingesetzt.
Ich werde Euch in jedem Fall bei allen meine UNII-Objects immer angeben mit welcher Farbe ich jeweils gearbeitet habe. So bekommt Ihr ein Gefühl für die Wirkung und Intensität der Farben.

