Holzwerkstoffe

13/10/24

Für den Bau meiner Möbel verwende ich in erster Linie Plattenwerkstoffe aus Holz. Diese lassen sich verhältnismäßig einfach bearbeiten und verzeihen auch kleine Fehler, da ma diese dann später auch mit Holzspachtel ausbessern kann. Da ich keine Werkstatt habe, lasse ich mir fast alle Platten maßgenau im Baumarkt zuschneiden. Der Vorteil dabei ist unter anderem, dass man tatsächlich nur das gekaufte Material ohne den Verschnitt bezahlt. Leider haben die Baumärkte nun angefangen, den Zuschnitt zusätzlich zu berechnen. Das ist ärgerlich, ohne eigene Werkstatt aber relativ alternativlos. Um Frust und unnötige Kosten zu vermeiden, sollte man aber in jedem Fall mit einer detaillierten Zuschnittliste (Material, Stärke, Größe, Stückzahl)  in den Baumarkt gehen und vorher ggf. anrufen und fragen, ob das benötigte Plattenmaterial in der entsprechenden Plattenstärke vorhanden ist. Spontane Umplanungen im Baumarkt, führen schnell zu Fehlern und Maßschnittplatten sind in aller Regel vom Umtausch ausgeschlossen. 
Zuschnitte gibt es natürlich auch online. Ich benutzte Onlineanbieter aber nur für Sonderzuschnitte, die ich im Baumarkt nicht bekomme, z.B. bei runden oder ovalen Formen. Gute Erfahrungen habe ich hier gemacht: https://expresszuschnitt.de/
Noch ein wichtiger Hinweis: Holzzuschnitte unter 10cm werden aus Sicherheitsgründen nicht angeboten. Bei meinen Entwürfen achte ich daher darauf, dass 10cm das kleinste Maß ist. Alternativ muss oder kann man sonst ergänzend mit Leisten arbeiten.  Das macht die Sache aber komplizierter, vor allem, weil Leisten in der Regel andere Stärken haben. 

Im Folgenden stelle ich Euch nun drei Werkstoffplatten vor, die ich in der Regel verwende:

MDF

Mit MDF Platten arbeite ich am häufigsten. Das Material ist im Vergleich recht günstig und lässt sich gut verarbeiten und lackieren. 

Ein Nachteil, das muss man ganz klar sagen: Das Material ist, bevor es lackiert wurde, insbesondere an den Kanten sehr empfindlich. Passt also beim Transport gut auf! Außerdem ist MDF nicht wasserfest und quillt bei Kontakt mit Wasser auf. Man muss die Oberfläche daher unbedingt gründlich lackieren. In Feuchträumen würde ich das Material aber auch lackiert nicht verwenden.  
MDF Platten gibt es in den Stärken 3, 6, 8, 10, 12, 16, 19 und 22mm. 
Bei Elementen, die für eine ausreichende Stabilität geschraubt oder gedübelt werden, arbeite ich mit Stärken zwischen 16 und 22 mm. Alles unter 16 mm empfehle ich in jedem Fall, nur zu leimen. MDF Platten muss man auf jeden Fall vorbohren, da die Platten sonst brechen oder reissen können. Bei Plattenstärken unter 16mm hilft aber, aufgrund der Stärke der Schrauben, auch das Vorbohren nichts mehr. So zumindest meine Erfahrungen.

Multiplex

Multiplex ist im Gegensatz zu MDF ein Material, das in Furnierschichten geleimt wird. Multiplex gibt es daher aus verschiedenen Holzsorten. In der Regel bekommt man in den Baumärkten Multiplex aus Pappel oder Birke, manchmal auch in Buche. 
Vorsichtig: Plattenwerkstoffe werden jeweils in unterschiedlichen Stärken angeboten. Man muss sich also vor Anfertigung der Zuschnittliste überlegen, mit welchem Material und welcher jeweiligen Stärke man bauen möchte.
Multiplex ist in den Stärken 4, 6,5, 9, 12, 15, 18, 21, 24 mm erhältlich. Ähnlich wie beim MDF verarbeite ich für tragende Teile in der Regel Platten in einer Stärke zwischen 15 und 24 mm, damit ich diese verschrauben oder dübeln kann. 
Die Vorteile bei Multiplex liegen eindeutig in der Stabilität. Außerdem vertragen die Platten Feuchtigkeit. 
Ich verwende Multiplex aufgrund seiner Oberfläche gerne in lasierter Form. Hier muss einem aber klar sein, dass bei verschraubten Verbindungen die Schrauben sichtbar bleiben und auch das Erscheinungsbild der verleimten Schichten an den Kanten.
Ein Nachteil des Materials ist tatsächlich der Preis. 

Sperrholz

Der Unterschied zwischen Sperrholz und Multiplex liegt im Grunde nach nur in seiner Stärke. Sperrholzplatten  bestehen aus maximal drei Lagen und sind damit gegenüber Multiplex lange nicht so stabil. Ich setze Sperrholz eher selten ein, z.B. als Rückwand eines Möbels. Aufgrund seiner gewissen Biegsamkeit kann Sperrholz im Einsatz aber durchaus interessant sein, z.B.wenn man mit runden Formen arbeiten möchte.

Im nächsten Blog geht es dann um eine Basisausstattung an Werkzeugen, die man braucht, um in den Möbelbau einsteigen zu können.